Horror auf der Titanic

Teil 1

Ein Cthulhus Spur Abenteuer
© Gerhard Schmeusser



Die TITANIC war das modernste Schiff der Welt, das größte und sicherste. Sie verließ am 11. April 1912 den Irischen Hafen Queenstown zu ihrer Jungfernfahrt nach New York. drei Tage später versank das angeblich unsinkbare Schiff nach der Kollision mit einem Eisberg - zumindest behauptete man später es sei ein Eisberg gewesen..

Dieses Abenteuer verwendet den legendären Untergang der Titanic als historischen Hintergrund für den Cthulhu Mythos, indem es Fakten und Phantasie zusammenbringt. Die Spieler reisen als Passagiere erster Klasse und müssen ein Abenteuer bestehen, bei dem ein uraltes Buch, eine entflohene Prinzessin, und eine Bande von Cthulhu-Anbetern eine Rolle spielen.

Mythos Titanic

Die Titanic bezauberte alle, die sie bauten und mit ihr fuhren dergestalt, daß die Jahre vergehen und sie sie mit jedem Jahr fantastischer wird. Als Bruce Ismay, Eigner der White Star Line 1907 den Plan faßte, drei Atlantikliner zu bauen, sollten es die größten und luxuriösesten Schiffe aller Zeiten werden. Das erste Schiff der Reihe war die Olympic, der kurz darauf im Jahre 1912 die technisch noch bessere, aufwendigere Titanic folgte. Das Schiff hatte, eine Länge von knapp 300m, seine Wasserverdrängung von 66000 Tonnen übertraf den bisherigen Rekord um das Vierfache, sie war 28m breit, ihre Höhe betrug 18.5m von der Wasserlinie bis zum obersten Deck.
Ihre Motoren entfalteten 50000PS, was ihr eine sehr hohe Geschwindigkeit ermöglichte, und ihre Schiffsschrauben waren so gewaltig, daß sie bereits anfingen eine Gefahr für andere Schiffe darzustellen, die ihnen zu nahe kamen.

Die erste Klasse reiste in unvorstellbarem Luxus. Die Kabinen waren mit den teuersten Möbeln ausgestattet, waren auf dem neuesten Stand der Technik und hatten sogar eigene Nebenappartments für die Bediensteten. Für je 8 Kabinen gab es einen eigenen Steward, dessen Aufgabe es war, jeden kleinsten Wunsch seiner Fahrgäste von den Augen abzulesen. Es gab einen Squash-Court, ein Schwimmbad, ein türkisches Bad, Rauchsalon, Palmengarten, Schreibsalon für die Damenwelt, einen Gymnastikraum mit den neuesten Fitness-Geräten, mehrere beeindruckende Empfangshallen, ein Cafe-Parisien, französisches Restaurant deluxe, Bar, sowie eine Bibliothek mit eigenem Bibliothekar - alles, was zu jener Zeit unter dem Begriff Luxus vorstellbar war. Diejenigen, die sich eine solche Reise leisten konnten, gehörten zur obersten Schicht der Gesellschaft, Großindustrielle, Aristokraten, Stars. Immerhin kostete das Vergnügen über 1500 Dollar, bei einem damaligen Durchschnittslohn von vielleicht 30 Dollar im Monat. Die 190 Familien der 1. Klasse wurden von 23 Zofen, acht Dienern und diversen Gouvernanten und Ammen begleitet. Butler und Zofen speisten getrennt von den Herrschaften in eigenen Unterhaltungsräumen.

In der 2. Klasse genoß man zwar nicht den verschwenderischen Luxus der ersten Klasse, aber das Reisen war noch immerhin angenehm. Die Kabinen waren geräumig und gut ausgestattet.

Die Kabinen der 3. Klasse befanden sich auf der gleichen Ebene wie die Mannschaftskabinen und dürften sich auch auf ähnlichem Ausstattungsniveau befunden haben. In ihnen reisten hauptsächlich Emigranten, die nach Amerika auswandern wollten. Dementsprechend handelte es sich hauptsächlich um Gruppen junger Iren, Italiener, Skandinavier und Osteuropäer. Schon aufgrund ihrer Nationalität waren sie gegenüber Engländern und Amerikanern unterpriveligiert.
1912 herrschten übrigens noch strengere Sitten: Unverheiratete Männer und Frauen waren in verschiedenen Sektionen untergebracht, die Männer im Vorderteil und die Frauen achtern.

Die Quartiere der Passagiere der ersten Klasse befanden sich auf den obersten Decks, darunter die der 2. Klasse und zuunterst die Unterkünfte der 3. Klasse und der Mannschaft. In der 1. und 2. Klasse fuhren etwa je 300 Passagiere, in der 3. Klasse 600.
Diese Klassen stellten streng abgeteilte Lebensbereiche dar, fast könnte man sagen, verschiedene ´Schiffe im Schiff´. Es gab praktisch keinen Kontakt zwischen den Passagieren verschiedener Klassen.

Zusammen mit der Mannschaft befanden sich ungefähr 2200 Menschen an Bord.

Dieses Abenteuer baut auf zwei Tatsachen auf, die miteinander verknüpft sind. Die erste ist natürlich die Titanic Katastrophe. Sie wurde von der Nachwelt ausführlichst analysiert und hierüber wurden bereits unzählige Bücher geschrieben. Jeder kennt zumindest Teile der Geschichte..

Die zweite Tatsache besteht aus der Anwesenheit eines jahrhunderte alten, unschätzbar wertvollen, mystischen Buches aus Persien.

Das Rubaijat

Das Rubaijat war das Lebenswerk des persischen Gelehrten Omar Khaijam (1048-1131). Khaijam, der sich auch einen Namen als Berater und Freund des Sultans machte, war Astronom, Dichter, Astrologe, Staatsmann, Arzt und Philosoph zugleich.
Bei dem Buch handelt es sich um ein Manuskript, das er im Laufe seines Lebens schrieb. Die Bedeutung des Rubaijat für den Cthulhu-Mythos liegt darin, daß Khaijam bei seinen Himmelsbeobachtungen auf 7 Omen stieß, aus denen sich, wie er glaubte das Ende der Welt herausdeuten läßt. Die Anhänger Cthulhus glauben, daß sie auf die Rückkehr ihres Gottes hinweisen und möchten es deshalb in ihren Besitz bringen- koste es was es wolle. Außderdem vermuten sie zu Recht, daß in dem Buch einige mächtige Beschwörungsformeln des Cthulhu Mythos enthalten sein könnten.

Im Jahre 1114 wurde es Khaijam geraubt im Auftrag eines gewissen Assan Sabbah, eines der meistgefürchtesten Männer seiner Zeit. Sabbah war ein ehemaliger Freund Khaijams und später Geheimdienstchef des Sultans, der jedoch von seiner eigenen Machtgier in den Wahnsinn getrieben wurde. Nachdem er vom Hofe des Sultans verbannt wurde,
gründete er den berüchtigten politisch-religiösen Orden der Assassinen. Ihre selbstmörderischen Attentate verbreiteten Angst und Schrecken in ganz Persien. Ihre Operationsbasis war eine unbezwingbare Festung auf der Spitze eine Berges, dem Alamut. Dort hauste Sabbah lebendig begraben in seiner riesigen Bibliothek. Mit dem Raub des Buches wollte Sabbah, der die Einsamkeit seiner Bergfestung nicht mehr ertragen konnte, Khaijam, den einzigen Menschen an dem ihm noch etwas lag, dazu zwingen, zu ihm zu kommen.
Omar Khaijam weigerte sich jedoch, nach Alamut zu gehen und so sperrte der verbitterte Sabbah das Buch in einen Privatschrein in seiner riesigen Bibliothek ein.

Niemand durfte das Buch anrühren und selbst nach seinem Tode wagte niemand das Buch zu lesen.

Im Jahre 1300 eroberten die Mongolen Alamut. Der Kommandeur, ein Urenkel Dschingis Khans, befahl die gesamte Bibliothek zu verbrennen. Auf das flehentliche Bitten eines Historikers erlaubte er, einen einzigen Schubkarren mit Büchern zu retten. Das Rubaijat war zufällig darunter.

Es vergingen fast 600 weitere Jahre, in denen das Manuskript als verschollen galt.
Im Jahre 1889 tauchte es in den Händen eines gewissen Dschamalladin, der als prominenter Regimekritiker des Schah von Persien galt, wieder auf. Bei Dschamalladins Verhaftung in Teheran 1890 fällt es in die Hände eines unbedeutenden Soldaten.

Wir kommen nun zu einer der Hauptpersonen in unserem Abenteuer: Den amerikanischen Journalisten Benjamin Omar Lesage.
Der Amerikaner Benjamin Omar Lesage war schon von Jugend an von dem Rubaijat fasziniert. Es existieren immerhin schon einige fragmentarische Übersetzungen, die dem Werk in Kennerkreisen einen hohen Ruf eingebracht hatten. Er bekommt einen Hinweis, daß Dschmalladin etwas über das Originalmanuskript wissen könnte. Eine Wiederentdeckung wäre eine kleine wissenschaftliche Sensation.
Nun, Dschamalladin befindet sich nach seiner Verhaftung im Exil in der Türkei. Lesage besucht den Regimekritiker in Istanbul, wo er wichtige Informationen erhält: Ein gewisser Mirsa Reza in Teheran könnte ihm das Buch vielleicht beschaffen. Im Hause Dschamalladins lernt Lesage Prinzessin Schirin, eine Tochter des Schahs von Persien kennen, die eine geheimnisvolle Mission für die persische Untergrundbewegung erfüllt.

Lesage begibt sich sofort nach Persien, wo er Mirsa Reza ausfindig macht. Er muß feststellen, daß Reza wahnsinnig ist - ein Mann zu allem fähig. Reza behauptet, er wisse den Verbleib des Manuskripts und verspricht, ihm es zu besorgen.
Die Übergabe des Manuskripts mißglückt, da Mirsa Reza just an jenem Tag ein Attentat auf den Schah begeht, bei dem der Schah und er selber ums Leben kommen. Lesage muß sich monatelang in Teheran verstecken, da er mit Reza in Zusammenhang gebracht wird und als Ausländer doppelt verdächtig erscheint.

Prinzessin Schirin rettet das Manuskript aus den Habseligkeiten Rezas und verwahrt es sicher.
Lesage wird nun in die politischen Umstürze in Persien verwickelt und als die Opposition nach einem kurzen Bürgerkrieg siegt, trifft er wieder mit der Prinzessin zusammen.
Die beiden verlieben sich ineinander und Lesage überredet sie, mit ihm nach Amerika zu gehen. Das Rubaijat nehmen sie mit sich und das Schiff, das sie dorthin bringen sollte, ist die Titanic.

Soweit die Fakten..

Das Rubaijat
Wert ca. 450 Pfund Sterling
Sprache Persisch, Mythos Wissen +10%, Zauberfaktor X1, Stabilitätsverlust 1W10

Was machen unsere Spieler auf der Titanic?

Normalerweise spielen Cthulhu Abenteuer bekanntlich in den 20er Jahren, ausnahmsweise auch einmal ´bei Gaslicht´ 1890 oder in der Gegenwart. Deshalb dürfte ein Szenario wie dieses, das im Jahre 1912 spielt, schwer in eine laufende Kampagne zu passen. Ich würde dieses Abenteuer außerhalb der Reihe spielen, vielleicht als Intermezzo nachdem die Helden bei einem mutigen Einsatz ihr Leben verloren haben.
Hierfür ist allerdings ein gewisser Gesellschaftsstatus notwendig, weshalb die Regeln für die Entstehung einer Spielfigur hier nicht zu streng ausgelegt werden dürfen und wir statt dessen von vorneherein nur von Millionären, Filmstars, Politiker, oder Aristokraten ausgehen wollen.

Unter diesen Voraussetzungen wird es dann nicht schwer sein, für jeden Spieler einen Grund zu finden, um die Reise von Queenstown nach New York zu machen. Von anderen Häfen aus gab es Zubringerfähren, so daß es unwichtig ist , von wo die Spieler genau starten. Wichtige Geschäfte, Dreharbeiten zu einem neuen Film, oder auch einfach nur der Besuch des reichen Onkels in Amerika sind naheliegende Beweggründe, zudem es sich bei der ersten großen Fahrt der Titanic auch um ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges handelte.

Und wenn wir diesmal schon Charaktere haben, die zu den oberen Zehntausend gehören, dann ist es auch von Vorteil, daß in dieser Welt edwardianischen Reichtums jeder jeden kannte. Nie gab es auch nur den Schatten des Erstaunes, wenn man sich irgendwo begegnete, sei es am Fuß der Pyramiden, bei der Cowes-Regatta oder im Spielcasino von Monte Carlo.

Ein paar Worte über Waffen

Es versteht sich von selbst, daß überhaupt nicht daran zu denken ist, irgendwelche Waffen zu tragen, sei es auch noch so diskret (das berühmte Messer im Stiefel..). Die Schiffsoffiziere würden sofort die Herausgabe verlangen und das Ansehen des Betreffenden wäre beschädigt - schließlich gehört man ja nicht zu irgendwelchen Gangstern. Beim Probespielen hat sich überdies gezeigt, daß die Kampagne zu leicht ins Kippen kommen kann, wenn die Spieler zu viel Feuerkraft besitzen. Leider gibt es sehr viele Spieler, die eigentlich nur herumballern wollen. Es besteht immer die Möglichkeit eine Waffe zu improvisieren, aber die beste Waffe jedes Spielers ist hoffentlich sein Verstand!

Persönlichkeiten an Bord

Es ist an der Zeit einige herausragende Persönlichkeiten an Bord vorzustellen:

Der Kapitän der Titanic ist Edward J. Smith, ein alter Seebär, der das absolute Vertrauen der Passagiere und Mannschaft besitzt. Er soll es gewesen sein, der den Passagieren bei der Evakuierung zurief ´seien Sie Britisch!´.

Benjamin Omar Lesage ist froh, endlich wieder heim nach Amerika zu kommen. Lesage ist ein etwas schlaksiger, jedoch gutaussehender junger Mann. In seinem Besitz befindet sich das Rubaijat, das er wie seinen Augapfel hütet und in seiner Begleitung Prinzessin Schirin, die vom Persischen Hof ausgerissen ist, um mit ihm in Amerika eine neue Zukunft zu beginnen. Die Prinzessin ist eine zierliche orientalische Schönheit mit dunklen Augen.

Jeden Abend ziehen sich die beiden in ihre Kabine zurück, um in dem Buch zu lesen. Unvorsichtigerweise tragen sie es jedoch auch offen an Deck herum, da sie sich an Bord vollkommen in Sicherheit wähnen. Lesage und die Prinzessin ahnen nichts von der Bedeutung des Buches für den Cthulhu Mythos. Die meiste Zeit befindet sich das Buch sicher verwahrt im Safe des Zahlmeisters.

Benjamin Omar Lesage
KGR 14, MAN 10, INT 13, GES 10, AUS 12, ERS 15, STK 11, KON 11 Mythos 1%, STA 55%, TP 11

Prinzessin Schirin
MAN 14, KGR 12, GES 11, INT 14, AUS 12, ERS 17, STK 7, KON 7 Mythos 1%, STA 50%, TP 7


Lord Bruce Ismay, der Besitzer der Titanic war bei der Reise ebenfalls an Bord. Er wurde gerettet, war jedoch hinterher gesellschaftlich und psychisch ruiniert.

John Jacob Astor, Isidor Strauß, Benjamin Guggenheim - die reichsten Männer der Welt, in Begleitung ihrer Ehefrauen machten die Reise zu ihrem Vergnügen. Als Multimilliardär wird das Leben eben schnell langweilig.

Muhammar Rasjani - offiziell Teppichgroßhändler aus Teheran - ist in Wirklichkeit Agent des persischen Geheimdienstes. Rasjani ist groß und hervorragend durchtrainiert, was man seinen kraftvollen Bewegungen sofort ansieht. Wie in Persien üblich, trägt er einen kurzen Vollbart. Er hat den Auftrag Prinzessin Schirin zu beschützen und nach ihrer Ankunft in New York mit Hilfe dort bereits wartender Hintermänner nach Teheran zurückbringen. Er wird versuchen, die Bekanntschaft der Prinzessin zu machen und in ihrer Nähe zu bleiben, um sie besser überwachen zu können. In seiner Kabine bewahrt der Geheimagent einen Revolver auf. Tatsächlich verschwand die Prinzessin bei ihrer Ankunft im Hafen von New York spurlos. Während der Reise ist Rasjani ein potentieller Verbündeter.

Muhammar Rasjani
AUS 13, KGR 15, GES 14, INT 13, MAN 10, ERS 13, STK 14, KON 15, TP 14
STA 90%, 38er Revolver 75%,
Karate Faustschlag 70% 1W3+1
Karate Fußtritt 40% 1W6+1
Springen 70%, Ausweichen 66%, Anschleichen 70%

Clarence Moore, reicher Müßiggänger aus Washington, Major Archibald Butt, Militärberater des amerikanischen Präsidenten, der Stahlfabrikant Arthur Ryerson sowie der berühmte amerikanische Maler Francis D. Millet wurden im nachhinein berühmt für ihre stoische Ruhe wärend des Untergangs. Alle vier waren sich zu fein, ihren bevorstehenden Tod zur Kenntnis zu nehmen. Man kann wohl sagen, ihre geistige Stabilität betrug mindestens 110%.

William T. Stead, einer der führenden englischen Spiritisten, widmet sein ganzes Leben okkultistischen Forschungen und ist fest von seinen medialen Fähigkeiten überzeugt. Der sensible, blasse Engländer ist vom Rubaijat ebenfalls fasziniert, stellt jedoch nur einen harmlosen Spinner dar. Um so mehr sollte er den Spielern verdächtig gemacht werden, irgendetwas im Schilde zu führen, wobei sein exzentrisches Gebaren Anlaß genug geben dürfte. Jeden, den er an Bord trifft konstatiert er, welche Farbe seine Aura hat. Zuweilen plagen ihn schlimme Vorahnungen einer Katastrophe (welche wohl?).


William T. Stead
AUS 13, KGR 11, GES 9, INT 10, MAN 16, ERS 11, STK 9, KON 9, TP 9, Mythos 3%, STA 30%
Zauber : Keine

Eine wirkliche Gefahr dagegen stellt Baron Igor Morowitsch dar. Der russische Adelige ist Oberpriester einer St. Petersburger Sekte von Cthulhu-Anbetern und hat 5 seiner Gefolgsleute als Heizer unter die Mannschaft einschmuggeln können. Morowitsch, der meistens eine Offiziersuniform trägt und sich viel auf sein Aussehen einbildet, ist ebenfalls hinter dem Rubaijat her und hat bereits einen teuflischen Plan, es in seinen Besitz zu bringen.



Baron Igor Morowitsch
AUS 12, KGR 13, MAN 14, INT 12, GES 12, ERS 15, STK 13, KON 14, TP 14, Mythos 35%, STA 0%, 7.65mm Automatic 25%
Zauber:
Kontakt mit Cthulhu
Dimensionstor errichten
Todesgriff von Cthulhu
Opfer in Trance versetzen (Enthrall Victim)

Für alle anderen Passagiere können durchschnittliche Werte angenommen werden, mit leichten Modifikationen gemäß ihrer Aufgaben und Berufe. Versuchen Sie, die Personen möglichst lebensecht darzustellen und haben Sie keine Angst vor Klischees. Millionäre und Prominente zeichnen sich zum Beispiel durch ihre Arroganz aus und sind etwas spleenig. Offiziere haben eine laute Stimme und sind hart aber herzlich. Amerikanische Industrielle sind dagegen auffallend geschmacklos gekleidet und geben ständig mit ihrem Geld an.

Die ersten beiden Tage

Die drei Tage von der Abreise bis zur großen Katastrophe gehen für unsere Spieler ziemlich schnell vorüber. Nachdem Sie ihre Kabinen bezogen haben, wollen Sie sicherlich das Schiff erkunden und einige der Passagiere kennenlernen. Vielleicht einen der oben dargestellten Charaktere?

Der dritte Tag

Auf jeden Fall ergibt es sich, daß sie am Abend zum Dinner mit Lesage, der Prinzessin, Morowitsch, Rasjani und Stead am selben Tisch sitzen.
Dies ist kein Zufall - gleich mehrere der Herren haben Hilfssteward Wheat, der für die Sitzordnung im Speisesaal der ersten Klasse verantwortlich ist, mit einem kleinen Trinkgeld bestochen um an diesem Tisch Platz nehmen zu können. Wheat, für den solche Wünsche nichts Ungewöhnliches sind, schreibt dies allerdings der Anziehungskraft der Prinzessin zu.

Das Menü bietet unter anderem Austern, Filet Mignon ´Lili´mit grünen Erbsen und Reis, Gänsepastete, und als Dessert Waldorf Pudding. Dazu trinkt man verschiedene Weine nach Empfehlung des Kellners. Im Hintergrund spielt gepflegte Tafelmusik. Morowitsch findet, daß die Austern nicht gerade frisch seien und auch der Wein ´Baron Rothschild 1900´ kein guter Jahrgang sei.

Nach dem Dinner sitzen die Gäste noch bei einem Glas Champagner beisammen und unterhalten sich. Rasjani vertritt die Meinung, daß ´In 50 Jahren jedermann nur noch per Zeppelin den Atlantik überqueren wird´. Lesage hält dagegen, daß ein Luftschiff niemals eine Konkurrenz gegen einen Ozeanliner darstellen könne, da es keinen Komfort biete.

Das Gespräch beginnt sich um Gedankenübertragung über den Atlantik und Okkultismus zu drehen und irgendwann schlägt Mr. Stead vor, die Gelegenheit des Zusammentreffens so vieler Interessierter für eine kleine spritististische Sitzung zu nutzen. Er selbst will das Medium darstellen. Morowitsch schlägt vor, das Rubaijat als Fokus zu verwenden um zu sehen, ob ihm nicht irgendwelche Kräfte innewohnen. Die anderen Passagiere sind von diesem Vorschlag begeistert und nachdem Chefsteward Latimer sich nach einigem Bitten bereiterklärt, den Schreibsalon für einige Stunden zur Verfügung zu stellen, verabreden sich die Anwesenden für 23 Uhr. Natürlich sind auch unsere Spieler herzlich eingeladen.

Ein Psychologiewurf könnte verraten, daß der Vorschlag eigentlich von Baron Morowitsch kommt, der Stead und die anderen geschickt zu suggerieren versteht. Tatsächlich gedenkt Morowitsch die ahnungslosen Teilnehmer zu benutzen, um die Macht des Rubaijat auszuprobieren.
Stead bittet seine Freunde, ihr Vorhaben nicht herumzuerzählen, da er zuviel öffentliches Interesse befürchtet. ´Man munkelt, es seien Journalisten an Bord und Sie wissen ja, wie schrecklich die Presse heutzutage ist.´

Nachher raucht man ein paar gute Zigarren an der Bar, während Mr. Stead den Schreibsalon vorbereiten läßt.
Der Schreibsalon war eigentlich vorgesehen für die Damenwelt, damit sie sich nach dem Dinner darin zurückziehen konnte, während die Herren im Rauchsalon noch einen Drink zu sich nahmen. Da im Jahre 1912 die Damen jedoch zu emanzipiert für derlei waren, blieb der Schreibsalon fast ungenutzt.

Die spiritistische Sitzung

Der Schreibsalon ist bis auf ein paar wenige Glühbirnen abgedunkelt, die Einrichtung wurde auf die Seite gerückt, um Raum für einen größeren, runden Tisch zu machen, an dem die Teilnehmer der Sitzung Platz nehmen: Lesage, Prinzessin Schirin, Stead, Morowitsch, Rasjani sowie die Spieler zuletzt. Morowisch sitzt direkt neben Stead. Das Rubaijat liegt genau in der Tischmitte. Es ist genau 23 Uhr - die meisten anderen Passagiere sind bereits zu Bett. Ein Steward wird abgestellt, um vor der Tür für Ungestörtheit zu sorgen.

Natürlich hat Morowitsch seine eigenen Pläne. Er wird die Konzentration und Bereitschaft der Teilnehmer ausnutzen um ihre Energien für einen Versuch der Anrufung Cthulhus zu verwenden. Hierfür plant er, Stead hypnotisch mittels des Zaubers ´Opfer in Trance versetzen´ so zu beeinflussen, daß er ungewollt die Kontrolle über das Experiment an ihn abgibt. Falls einem der Spieler ein Wurf Verborgenens entdecken gelingt, erkennt er, daß Morowitsch eine verdächtige Ausbeulung an seiner Dinnerjacke hat (Pistole?).

Die Sitzung beginnt mit 1 Minute Meditation. Dabei legen sie ihre Hände so auf den Tisch, daß sich ihre Fingerspitzen berühren. Falls die Spieler wollen, können sie die spritistische Sitzung originalgetreu nachspielen. Der Spielleiter übernimmt die Rolle des Mediums Stead. Morowitsch beugt sich zu Stead und flüstert ihm ins Ohr. Er versucht Stead unter seinen Einfluß zu bekommen. Stead fällt daraufhin sofort in Trance.
Es herrscht vollkommene Stille. Durch die Fenster scheint hell das Mondlicht herein und man kann draußen das ruhige Meer sehen, auf dem es sich spiegelt.

Jetzt wird es wirklich spannend. Das Medium gibt zunächst einige undefinierbare Laute von sich. Plötzlich geht ein Ruck durch seinen Körper:
´Ich sehe etwas.. Meeresboden.. Nein, eine Stadt.. Zyklopische Mauern..´ wieder undefinierbare Laute; ´Eine unermeßlich tiefe Spalte im Boden´ Hier müssen die Spieler gegen ihr MAN würfeln, da sie sonst in den hypnotischen Bann hineingezogen werden. Ein riesiger Saal.. Da bewegt sich etwas.. Es wird größer.. Es löst sich vom Grund.. ES KOMMT AUF UNS ZU!´

Teil 2

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