Das Schwarzwaldrequiem Teil 1 und 2

Über den ersten Teil will der Chronist nur kurz berichten: Der bekannte Pathologe Dr. Stevens (Frank) erhält einen dringenden Hilferufs seinens alten deutschen Jugendfreunds Prof. Lohmann. Der Musikwissenschaftler bittet ihn nach Wien zu kommen. Natürlich nimmt er seine Freunde Pater Sledge (Fritti) und Lord Strongbow (Marc) mit. Letzter lacht sich noch eine neue Freundin namens Vanessa Pane (Yvonne) an, die eigentlich Franks Freundin ist.
In Wien logieren sie in der Pension Havwlaceck - Miss Pane ist etwas enttäuscht: Entweder ist Lord Strongbow extrem geizig oder für einen Lord bemerkenswert unvermögend. Die Spieler finden sehr schnell heraus, daß Lohmann in seinem Zimmer im Hotel Sacher ermordet wurde. Der ermittelnde Inspektor Prebichl steht vor einem Rätsel. Und seine Tochter Grete war Zeugin und hat darüber auch noch den Verstand verloren. Sie besuchen Dr. Freud, der Grete in seiner Klinik behandelt, finden dort aber nichts außer dunklen Andeutungen. Grete: "Tritt nicht auf meine blauen Wildlederschuhe". Freud schlägt Lord Strongbow vor sich bei ihm behandeln zu lassen, da er laut seiner Diagnose unter "sporadischer progressiver Amnesischer Dysfunktion" leidet (nicht zuletzt weil ein englischer Lord ein gutbetuchter Patient ist). Strongbow verzichtet auf das Angebot, ist er etwa wirklich zu arm?

Der nun folgende zweiten Teil ist einmal wieder der Beweis, wie schön es ist mit aufeinander eingespielten Investigators zu spielen, denn es sind dann nur noch Pater Sledge und Richter McKinsley (Jochen) dabei, der inzwischen aus USA nachgekommen ist. Der zweite Teil wurde im Schnelldurchgang in nicht einmal 3 Stunden bewältigt.

Also erst mal noch in Wien meldet sich ein Notar namens Hrdlicka und eröffnet den Spielern das Testament Lohmanns. Als Treuhänder des Vermögens ist Dr. Stevens eingesetzt, falls er die Vormundschaft über Grete übernimmt. In Abwensendheit von Frank nehmen die Spieler an (Frank, was sagst Du dazu?).
Grete Lohmann
Grete Lohmann
Dafür erhalten sie wichtige Dokumente, aus denen hervorgeht, daß Lohmann einem Komponisten namens Gotthold Fischbach auf der Spur war, der vor hundert Jahren gelebt hat und als Spätwerk einige seltsame Kompositionen abgeliefert hat. Jedenfalls bevor er im Schwarzwald in geistiger Umnachtung starb. Sie erben einige Originalnoten jenes Fischbachs.
In einem waghalsigen Selbstversuch lassen sich die Insvestigators die Noten beim Abendessen von einem Zigeunergeiger vortragen - man bedenke: Cthuloide Musik öffentlich! - und finden dabei, daß das Stück zwar etwas melancholisch dunkel sei, aber gar nicht schlecht. Inspektor Prebichl, der wahrschenlich immer ganz in der Nähe war, kommt an den Tisch und macht den Spielern das Angebot, Informationen mit ihm auszutauschen. Prebichl gibt den Spielern Lohmanns persönliches Notizbuch zum Lesen. Hieraus geht hervor, daß er in dem Ort Petersdorf an der Glotter im Schwarzwald eine wichtige Entdeckung gemacht hatte. Eine Entdeckung für die er sterben mußte?
Die Spieler forschen noch ein wenig über den Komponisten Fischbach nach, ihre Zimmer werden von Unbekannten durchsucht, Jochen kauft sich einen Aktenkoffer und läßt die geerbeten Noten nicht mehr aus der Hand.

Am nächsten Tag brechen Sledge und McKinsley nach Leipzig auf um in Lohnmanns Büro und Wohnung nach Hinweisen zu suchen. Der Einfachheit halber nehmen wir an, daß die restlichen Investigators in Wien bleiben.

In Leipzig ist es zwar ganz lustig, aber die beiden finden nur heraus, daß Lohmann einen Gelehrtenstreit mit einem gewissen Prof. Sauerkopf aus Königsberg führt. Nachdem sich McKinsley sein Treuhandvermögen angesehen hat (das er erst mal in den bewährten Händen der Haushälterin Lohmanns läßt), fahren sie nach Petersdorf. Unterwegs schließt sich ihnen ein gewisser Prof. Beinlein an, ein Vogelkundler, der dort so seltene Arten wie die rotgefleckte Sumpfschnepfe und den langfiedrigen Mückenschnapper zu finden hofft.

Petersdorf entpuppt sich als das vergessenste Dorf des ganzen Schwarzwalds. Die Investigators logieren im Gasthaus zum Hirschen. Schon bald bekommen sie mit, daß hier etwas nicht stimmt:
- Was ist mit der Geburt, die McKinsley nachts im Nachbarhaus hört und von der niemand etwas wissen will?
- Was ist die Wahrheit über den Selbstmord des Pfarrers, der sich Kuckuck Kuckuck rufend zum Kirchturm hinabgestürzt hat?
- Warum gibt es hier soviele Gartenzwerge?
- Was hat es mit dem Singkreis auf sich, vor dem alle solchen Respekt haben? Insbesondere vor dem hinkenden Jochen (nicht unser Jochen!!)?

Ein Konzert des Singkreises erinnert an eine frühe Vorwegnahme Ernst Moiks Musikantenstadels. Tja, die Geschwister Hofmann wären halt doch besser gewesen! Die Leute klatschen seltsamerweise wie verrückt, ohne sich wirklich über die Musik zu freuen. Gustav Zeidler, der Leiter des Singkreises schaut die Spieler sehr kritisch an.. Aber aus den Hinterwäldlern ist nichts herauszubekommen.
Gustav Zeidler Der hinkende Jochen
Gustav Zeidler Der Hinkende Jochen
Am Nachmittag machen die Spieler einen kleinen Spaziergang und können gerade noch mit ein paar guten amerikanischen Faustschlägen rechtzeitig verhindern, wie der hinkende Jochen einem Bauernmädchen ein "Schicksal bereitet, das unsere Großmütter noch als schlimmer als den Tod bezeichnet haben". Danach kommen sie noch an Kaspar Hundschlagers weltbekannter Spezialwerkstatt für original Schwarzwälder Kuckucksuhren vorbei. Als echter Amerikaner kauft McKinsley natürlich eine Uhr, übrigens eine Spezialanfertigung in Kirchenform für den verstorbenen Pfarrer von Petersdorf, die jener nicht mehr abholen konnte.
Kaspar Hundschlager
Kaspar Hundschlager
Nun überstürzen sich die Ereignisse: Beinlein ist während des Nachmittags überstürzt abgereist, die Zimmer der Spieler schon wieder durchwühlt. Wachtmeister Dimpflmoser ist völlig überfordert, als McKinsley und Sledge gleich zwei Anzeigen auf einmal erstatten wollen!
Am nächsten Morgen nimmt Amtmann Hopfenstädter die beiden Investigators mit nach Glotterbad, da sie dort mit dem vertretenden Gemeindepfarrer Geldenrieder sprechen wollen. Hopfenstätter möchte die beiden Amerikaner dazu bringen, die Anzeige gegen seinen Sohn Jochen zurückzunehmen "Hier in Deutschland herrschen andere Sitten als bei Ihnen" Sledge: "Oho!". Die Herren schlagen vor, daß Hopfenstädter ihnen dafür den Zugang zu Kirche und dem leerstehenden Pfarrhaus in Petersdorf ermöglicht. Und durch diesen genialen Schachzug kommen die Spieler and die entscheidenden Informationen aus dem Nachlass Pfarrer Jonas: In Petersdorf treibt ein geheimer Kult sein Unwesen, der als Singkreis getarnt ist und vor nichts zurückschreckt!
Beim Verlassen des Pfarrhauses sehen die Investigators wie 3 Männer mit verdächtigen Bündeln das Dorf verlassen. Sie folgen ihnen in sicherer Entfernung, aber die Dörfler - die wir im weiteren getrost Kultisten nennen dürfen - lauern ihnen im Wald auf. Eine klassische Schlägerei entbrennt, bei der die Guten einfach den härteren Schlag haben. Die Kultisten sind zwar stämmige Burschen, die schon so manche Wirtshausschlägerei hinter sich haben, aber wiederum ein paar gute amerikanische Faustschläge schlagen die Angreifer in die Flucht, wobei sie auch noch 2 ihrer Bündel - die wir im weiteren getrost Kutten nennen dürfen - zurücklassen müssen.
Jetzt sind die Investigators aber so richtig neugierig geworden! Die Kultisten stecken bestimmt alle in der Teufelsschlucht, von der sie schon gehört haben und hecken etwas aus! Schnurstracks laufen unsere beiden Helden zu besagter Sehenswürdigkeit von der ihnen schon der Gesang des Singkreises entgegenschallt. Pater Sledge trifft einmal mehr den Nagel unnachahmlich sicher auf den Kopf: "Lustige Lieder werden die diesmal aber nicht singen." Dank der Kutten als Kultisten gesellen sich die Investigators zu den 8 Männern, die um einen Steinblock Aufstellung bezogen haben. Sledges Nebenmann flüstert ihm, der kein Deutsch versteht, eine Frage zu. Sledge nuschelt geistesgegenwärtig etwas wie "At Haim", was den Frager zum Glück zufrieden stellt. Der Oberkultist Gustav Zeidler gräbt mühevoll auf dem Versammlungsplatz einen goldenen Gartenzwerg aus, den er Tsorga Lototh nennt und präsentiert ihn. Nun wird das Opfer herbeigeschleppt, es ist Prof. Beinlein! Der hinkende Jochen bringt den Opferdolch, worauf der Goldzwerg blau zu schimmern beginnt.
Da beschließtRichter McKinsley zu handeln: mit einem Schrei stürzt er sich auf den Oberkultisten, entreißt ihm Zwerg und Dolch und rennt davon, gefolgt von Pater Sledge, dem nichts anderes übrigbleibt als ebenfalls zu fliehen. Ein gekonnter Verstecken - Wurf ermöglicht es McKinsley sich im Wald zu verbergen, während Sledge noch eine Weile von der Kultistenbande gejagt wird, bis er schließlich in irgendein Loch fällt, an dem seine Verfolger vorbei rennen.
Die Rufe der Singkreismitglieder verlieren sich in der Nacht.

Am nächsten Morgen trauen sich die Helden wieder aus ihren Verstecken und finden sich wieder. Sie sehen am gestrigen Ort des Rituals nach: Keine Spuren. Nach Petersdorf können sie nicht zurück. Deshalb marschieren die beiden nach Glotterbad, wo sie erst einmal in Sicherheit sind. Wie sich herausstellt ist die Tsorga Lototh Statue aus massiven Gold und wiegt 23 Kilogramm. Der Spielleiter überschlägt einen heutigen Wert von 150.000 Mark, was 1930 dem Jahr in dem unser Abenteuer spielt wohl ausreicht um sich zur Ruhe zu setzen. Natürlich werden die beiden das Geld teilen. Pater Sledge (den ich nur zu gerne zitiere): "Eigentlich liegt mir nichts an weltlichen Reichtümern" worauf der Meister ihm vorschlägt, das Geld der Kirche zu geben (was nach dessen Wissen übrigens auch seine Pflicht ist).
Wie immer bleiben Fragen offen (was übrigens eine bekannte Mystery-Serie von meinen Spielberichten kopiert hat!):
1. Was wurde aus Professor Beinlein?
2. Findet Miss Vanessa Pane ja jetzt den Richter plötzlich interessanter als den Lord?

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