Spieglein, Spieglein

Hochzeit im Jahre 1931! Dr. Frank Stevens (Frank) heiratet Grete Lohmann, das Mündel von Lord Strongbow (Marc)! Obwohl übers Gretes Aussehen hier lieber nicht viel gesagt werden soll (Erscheinung 6), finden alle, daß Dr. Stevens (Erscheinung 5) keine bessere Partie hätte machen können, ist Grete Lohmann doch ziemlich gut betucht, aus besten Leipziger Kreisen und gebildet. Was noch keiner wissen konnte ist, daß Dr. Stevens schon wenige Tage später zum Witwer werden würde.. Grete Lohmann Dr. Stevens

Kaum hatte das junge Glück Zeit zu währen, schon trat die Universität Leipzig mit einer Bitte an das junge Paar heran, die ein wenig makaber war. Ein gewisser Professor Fischer war auf einer Forschungsreise in der Ortschaft Lauenstein ums Leben gekommen. Aufgrund Gretes Verbindungen zur Universität (ihr Vater war ein Kollege Fischers gewesen) wurde sie gebeten, den Toten zu identifizieren und die Formalitäten zu erledigen. Sogleich brachen Dr. Stevens und seine Frau auf, in Begleitung von Lord Strongbow und Pater Sledge, denen es alleine im grossen Lohmannschen Haus schon ein wenig langweilig zu werden begann.

Der Ort Lauenstein stellte sich als kleines Dorf im Fränkischen heraus, dessen einzige Sehenswürdigkeit aus einer alten Burg bestand. Die Investigators hatten ihre triste Pflicht bezüglich Prof. Fischer schnell erledigt - angeblich ein Selbstmord. Fischer hatte sich beim Rasieren die Pulsadern aufgeschnitten. Dies waren doch sehr unwahrscheinliche Umstände, zudem Dr. Stevens fachmännisch feststellte, daß die Schnitte absolut untypisch für einen Selbstmörder waren. Dennoch wollten die Investigators am nächsten Tag wieder abreisen, doch es sollten noch Ereignisse eintreten, die sie daran hinderten.
Da sie schon einmal da waren, besichtigten die Spieler die Burg Lauenstein. Das alte Gemäuer und dessen greisenhafter Verwalter hatten nichts Besonderes aufzuweisen ausser der Mumie des Ritters C.F. von Kahlbutz, die seit über 200 Jahren einfach nicht verrottete. Na ja, das mag zwar etwas gruselig sein, aber einen erfahrenen Cthulhu Investigator läßt so etwas relativ kalt. Die Gruppe bezog Quartier im Dorfgasthaus Zu den Drei Linden und dachte schon, das Abenteuer wäre gelaufen. Doch noch am selben Abend ereigneten sich seltsame Dinge.

Grete erblickte im Badezimmerspiegel die gleiche Vision, die sie hatte, als ihr Vater vor einem Jahr unter mysteriösen Umständen umkam. Die Ärmste verfiel damals in Wahnsinn und hatte nun Angst, einen Rückfall zu erleiden. Die Spieler untersuchten daraufhin sämtliche Spiegel und fanden seltsame okkulte Symbole auf den Rückseiten von einigen.
Dieser Vorfall war schon schockierend genug, aber in der selben Nacht verschwand Prof. Fischers Leiche und zurück blieb eine andere - der Bestattungsunternehmer - erwürgt! Zufällig verschwand auch die Bedienung des Gasthofes in dieser Nacht spurlos. Die Investigators maßen dieser Tatsache aber so gut wie keine Bedeutung bei.

Die lokale Polizei war mit den Vorkommnissen völlig überfordert, weshalb die Investigators sich der Sache annahmen. Sie entdeckten erst mal nackte Fußspuren auf dem Friedhof, die sich bis zum Wald verfolgen liessen. Desweiteren entdeckte Lord Strongbow Mauerreste, die er sofort als "Keltischen Limes" identifizierte - in seinen Augen eine archäologische Sensation (dabei hatte er nur einen sogenannten Fumble gewürfelt).

Die Spieler verbrachten diesen Tag und den folgenden mit Nachforschungen. Sie fanden heraus, daß einst eine Hexe namens Marianne von Kahlbutz auf der Burg gelebt hatte. Die folgende Nacht war ungewöhnlich stürmisch. Leider ließ sich in dem Dorf nichts weiteres herausfinden, weshalb die Investigators beschlossen, nochmals die Burg unter die Lupe zu nehmen. Diesmal wollten sie aber Nachts heimlich einbrechen. Pater Sledge wollte probehalber einmal herausfinden, wie gut er schleichen konnte, weshalb er nachts zum Spaß im Wirtshaus herumschlich. Dabei erfand er eine neue Schleichtechnik, den "Egyptian Walk".

Der Einbruch ging relativ plump vonstatten indem Pater Sledge einfach ein Fenster einschlug. Die Spieler drangen in die Burg ein und suchten planlos herum, als auf einmal ein paar lautlose Gestalten in einem Gang vor ihnen auftauchten. Der erfahrene Investigator flieht bei einer solchen Begegnung und das taten auch die Spieler.

Der Nachteil war, daß sie jetzt nicht mehr wussten, was sie machen sollten und schon darüber nachdachten, aufzugeben als ein neuer Charakter zu ihnen stieß, nämlich der englische Antiquitätenhändler Lester Swillington (Alex). Mr. Swillington war ein älterer Gentleman, der sich natürlicherweise zu der englischsprechenden Gruppe gesellte. Der Grund für seine Reise war die Suche nach kostbaren Antiquitäten, die er ankaufen wollte und die Schilderung der Spieler ließ ihm die Burg Lauenstein sehr vielversprechend erscheinen. Zusammen mit Frau Grete fuhr er hinauf zur Burg, aber niemand öffnete.

Pater Sledge hatte sich bei dem letzten nächtlichen Abenteuer eine Erkältung geholt und mußte für den Rest des Abenteuers das Bett hüten (Fritti spielte nicht mit). Die Investigators überlegten, wie sie Mr. Swillington einweihen könnten. Die Story vom "Keltischen Limes" hielt der Antiquitätenhändler zu Recht für völligen Unsinn, auch wenn er es höflicherweise nicht sagte. Grete hielt ihm einen der vermutlich magischen Spiegel vor "Was sehen Sie?". Swillington zog eine Augenbraue hoch "Nun, das bin ich, oder?". Dies trug nicht gerade dazu bei, das Vertrauen des Händlers in die Investigators zu stärken, aber es sollte noch weit schlimmer kommen.
Lord Strongbow war fest davon überzeugt, daß in der Burg etwas faul sei, weshalb die Investigators sich Taschenlampen und ein Brecheisen besorgten und in der folgenden Nacht nochmals einbrechen wollten. Mr. Swillington hielt von diesen Plänen überhaupt nichts und blieb im Gasthof zurück.
Angriff des Zombies
Und somit drangen Grete Stevens, Dr. Stevens und Lord Strongbow durch das selbe Fenster nochmals in die Burg ein, das sie bereits eingeschlagen hatten. Da sie nicht wussten, was sie eigentlich suchten, schlichen sie zur Burgkapelle. Leider wurde ihr Eindringen doch bemerkt. Ein Zombie griff sie an und setzte Lord Strongbow ziemlich zu, aber Grete konnte ihn mit einem einzigen Fausthieb k.o. schlagen - ein Hieb, der in die Geschichte der Spieleabende eingehen wird! Seine Lordschaft stocherte mit seinem Stockdegen dann sicherheitshalber noch ein paarmal in dem Untoten herum. Aber schon tauchten 3 weitere Horrorgestalten auf: Der erwürgte Bestattungsunternehmer, Professor Fischer und Ritters von Kahlbutz in seiner Rüstung mit Schwert! Die Investigators flüchteten in die Burgkapelle und konnte sie zum Glück von innen zusperren. Die Zombies hämmerten gegen die eisenbeschlagene Türe, hatten aber keine Chance, sie aufzubrechen. Lord Strongbow hatte dann die glorreiche Idee, einige Stoffbehänge als Fackeln zu verwenden und damit die Zombies zu verjagen. Gesagt getan. Es rauchte und stank fürchterlich, aber die Zombies waren von den "Fackeln" wenig beeindruckt. Es kam noch einmal zu einem harten Kampf, bei dem der Lord seinen Degen an der Rüstung des Ritters zerbrach. Die Investigators verlegten sich dann auf eine Defensivtaktik und suchten nach einer Fluchtmöglichkeit. Es stellte sich schnell heraus, das das ein Fehler war, da zuerst Grete unter dem Schwert des Ritters fiel und dann Dr. Stevens von Professor Fischer niedergeschlagen wurde. Lord Strongbow konnte glücklicherweise dann doch noch flüchten. Während er durch die finsteren Gänge der Burg um sein Leben rannte, hörte er von den oberen Stockwerken ein infernalisches Pfeifen und kurz darauf Geräusche, als ob ein wild gewordener Elefant die Einrichtung zertrümmerte. Was das wohl war? Nun, jedenfalls genug, daß der Lord sich schwor, die Burg nie mehr zu betreten.

In Lauenstein kam dann ein ziemlich aufgeregter Lord mit zerissener, blutiger Kleidung an und weckte gleich den ganzen Gasthof auf. Mr. Swillington war sehr skeptisch, was die wilde Geschichte anging, die er erzählte. Pater Sledge glaubte ihm zwar, fühlte sich aber zu schwach, etwas zu unternehmen. Die Wirtin der "Drei Linden" aber ging sofort zum Dorfpolizisten, der die Kriminalpolizei aus Coburg alarmierte.

Der Inspektor aus Coburg und sein Assistent schickten seine Lordschaft erst mal ins Bett und versprachen, sich auf der Burg umzusehen. Erwartungsgemäß kam dabei aber nicht viel heraus: auf der Burg öffnete ihnen eine junge Frau (es sei verraten, daß die Bedienung des Gasthofes offenbar jetzt dort als Hausmädchen arbeitete) und erzählte nur, daß letzte Nacht Einbrecher da gewesen waren: siehe eingeschlagenes Fenster. Danach unterhielten sie sich kurz mit der Schlossherrin, Frau Marianne von Kahlbutz, die ihnen versicherte, es sei alles in Ordnung. Für die Kripo war der Fall klar - die Angelsachsen waren völlig durchgedreht. Wie hatte ein solches Volk nur den Krieg gewinnen können? Lord Strongbow und Pater Sledge befürchteten zu Recht, daß wenn die Kripo erst einmal Erkundigungen über sie eingeholt hatte, ihnen auch ihr Status als englischer Lord bzw. Priester nicht mehr helfen würde und reisten deshalb sofort nach England ab.

Zwei kleine Episoden gibt es noch zu berichten: In der folgenden Nacht versuchte jemand die Burg anzuzünden. Es war natürlich Lord Strongbow, der extra nochmals zurückkam. Aber der Schaden hielt sich in Grenzen, da die Dorfbewohner den Brand sofort entdeckten und löschen konnten.

Marianne von Kahlbutz Unser Freund Dr. Stevens wachte angekettet in einem Kerker auf. Schon bald erhielt er Besuch von einer unheimlichen Frau, die sich als Marianne von Kahlbutz und neue Herrin des Schlosses ausgab. Sie bot ihm an, als Hausmeister und Diener bei ihr zu bleiben oder zu sterben. Dr. Stevens blieb nichts anderen übrig, als zu akzeptieren. Ausserdem hoffte er auf eine Fluchtmöglichkeit. Und damit schließt sich der Vorhang, wobei einige Fragen wie immer offenbleiben:

Wird Dr. Stevens die Flucht aus Burg Lauenstein gelingen, bevor er endgültig wahnsinnig wird?
Werden Lord Strongbow und Pater Sledge nochmals mit Mr. Swillington zusammenkommen?
Reicht der Arm der deutschen Polizei bis nach England?
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