Licht aus Schmerzen

Teil 16: Bestandsaufnahme

von © Zodiak Overun

Was geschah bisher:

Ariane berichtet Moykenfield, dass sie tatsächlich eine Elfe sei, die aus Fairy Glen in Wales stamme. Die Erzählung wird durch die Ankunft der Polizei unterbrochen, die den Tod des noch unidentifizierten David Morris untersuchen. Moykenfield gibt ihnen eine falsche Adresse von Henry Holden, den er im ersten Schreck als Opfer vermutet hatte, und lässt die Polizei gehen, ohne Arianes Anwesenheit zu verraten. Diese hat sich inzwischen befreit und kommt in Besitz des Revolvers. Sie verspricht, Moykenfield nichts zu tun und Montmatre gegenüber Stillschweigen über den Vorfall zu bewahren, wenn Moykenfield sie nach Hause bringt und Holden anweist, nichts über sie zu sagen. Da Montmatre nichts über den Besuch weiss und der einzige Zeuge ausser Ariane, Holden und ihm tot ist, willigt er ein. Da sein Wagen noch in Reparatur ist, bringt er sie in einem Taxi nach Hause. Von Sturmfels entledigt sich inzwischen der Leiche Kurgans und erreicht den Hafen. Wie zuvor Moykenfield untersucht auch er den Fundort Dockenbells und entdeckt das Lagergebäude. Da er von den Toren weiss, vermutet er richtig, dass Montmatre mit Helfern alle verdächtigen Gegenstände aus dem Lagerhaus schafft und noch ein Tor geöffnet hält.


Teil 16: Bestandsaufnahme


Der Dimensionsschlurfer Montmatre drehte sich sofort zur Tür, als er das Brüllen hörte. Die schreienden Männer wussten nicht, was sie angriff, aber er erkannte es sofort. Die meisten Schilderungen von Dimensionschlurfern bezogen sich auf die verschrumpelte Haut, die der (Eingeweihten wohlbekannte) Direktor des Southwark Wachsfigurenmuseums in seinen Besitz hatte. Aber das lebende Exemplar liess sich kaum mit jenem eingeschrumpften Präparat vergleichen. Das Monstrum, das durch das Dimensionstor in die Halle trat, war gut zwei Meter gross und mehr als zwei Zentner schwer. Das Fell glänzte schwarz, und die Augen in dem relativ kleinen Kopf glänzten metallisch. Der Körperbau ähnelte nur entfernt einem Affen, der Gang war zu aufrecht, die Proportionen und die Form der Gliedmassen wiederum hatten eine vage Ähnlichkeit mit einem Insekt. Die bösartigen Krallen aber hätten von einem Faultier stammen können. Die Bestie hieb wild um sich, und die entsetzen Kultisten versuchten in Panik zu fliehen, anstatt es geschlossen anzugreifen. Nur wenige der Anwesenden führten Schusswaffen bei sich, und diese hatten sie fast alle für die Arbeit abgelegt. Montmatre hatte seine handliche 32er FN einstecken und zog sie. Gezielt schoss er auf den Kopf und Oberkörper des Schlurfers, der mit einem seltsam schnarrenden Geräusch zurückzuckte, während eine gelbliche Flüssigkeit aus den Wunden spritzte. Endlich folgten Andere seinem Beispiel und feuerten auf die Kreatur, die dem vereinten Beschuss nicht standhalten konnte. Montmatre ging vorsichtig weiter, aber das Monster lag reglos in einer gelben Lache. Er hatte gehört, dass Dimensionschlurfer mitunter in Gruppen auftauchen konnten, aber dieser war wenigstens alleine gekommen. Die Kreaturen, deren Herkunft ungeklärt war, tauchten zum Glück nur sehr selten aus Dimensionstoren auf, aber immer völlig unerwartet. Sie waren ein Grund dafür gewesen, dass er das Tor in dem Penthouse mit Stahl gesichert hatte.
Die Gefahr war vorerst gebannt, aber es gab dafür neue Probleme. Da das Bürogebäude auf der anderen Seite des beidseitig offenen Tores zu dieser Zeit verlassen war, hatte wahrscheinlich niemand etwas gehört, aber das Monster ohne Aufsehen heraus zu schaffen, dürfte eine echte Schwierigkeit werden. Aber das war nicht alles. Drei der Kultisten waren tot, fünf verletzt, einer davon schwer. Randy Pollmer, ein rangniedriger Kultist, wollte den Schwerverletzten in ein Krankenhaus bringen, aber das war natürlich ausgeschlossen. Der Dimensionsschlurfer

Moykenfield ging in seine abgelegene Wohnung zurück, die ihm das erste mal sehr einsam und trostlos vorkam. Es war spät, aber er würde Austen und Henry trotzdem noch anrufen müssen. Ariane hatte ihm versichert, dass sie nichts über den Überfall auf Holden wisse, und dass sie die Maske von einem orientalischen Fremden gekauft hätte. Er glaubte ihr, aber es dürfte schwer sein die Anderen zu überzeugen.

Montmatre überzeugte sich, dass das kleine Boot ausser Sichtweite war. Als er davon ausgehen konnte, dass es keine Zeugen mehr gab, befahl er die Körper von dem Dach zu werfen. Es wäre zwar einfacher gewesen, die Leichen in dem überfluteten Kellerschacht zu versenken, aber dafür wäre das Risiko wesentlich grösser gewesen, sie bei einer Durchsuchung zu finden. Die mit Steinen beschwerten Säcke gingen sofort unter. Was den Schwerverletzten betraf, hatte Montmatre ihn für tot erklärt und jeder schien ihm zu glauben. Vermutlich war der Verwundete auch wirklich tot, als er auf das Wasser aufschlug. Vielleicht hätte er auch nicht einmal in einem Krankenhaus überlebt, ganz abgesehen davon, dass es aus verschiedenen Gründen nicht möglich war, ihn dorthin zu bringen.
Montmatre befahl den Aufbruch. Heute Nacht würde er das letzte Tor zu dem Zeremonialgebäude schliessen. Es musste ein neuer Ort gefunden werden.

Moykenfield erwachte sehr spät. Er hatte gestern noch lange mit Henry und Austen telephoniert, und sie waren beide nicht ganz überzeugt gewesen, als er seinen Standpunkt darlegte. Zumindestens waren sie vernünftig genug gewesen, einzusehen, dass es für Alle besser war, wenn Montmatre nichts von Arianes Ausflug erfuhr. Aber heute würde er sich mit Austen daran machen, das geheimnisvolle Lagerhaus zu überprüfen. Henry hatte in seinem Laden kurz vor Weihnachten genug zu tun, ausserdem war er bei der Unternehmung nicht unbedingt nützlich. Dagegen hatte Austen ausreichend Zeit und fing langsam Interesse an dem Spiel zu finden. Gemeinsam würde es ihnen vielleicht gelingen zu verhindern, dass Henry zu einer austauschbaren Figur auf dem Feld wurde...

Montmatre studierte die Berichte. Henry Holden hatte um 10.00 Uhr vormittags die Wohnung verlassen, um Moykenfield und Stickenfeller abzuholen, danach kehrte er in sein Haus zurück. Moykenfield verliess seine Freunde, und versuchte Kontakt mit Dockenbell aufzunehmen. Also war die Aktion von Leland keine Minute zu früh durchgeführt worden! Danach fuhren Moykenfield, Stickenfeller und Holden mit einem geliehenen Boot im New Yorker Hafengebiet umher. Es war nicht schwer zu raten, wohin sie unterwegs gewesen waren. Abends brachte Holden Moykenfield und Stickenfeller nach Hause. Weitere Berichte lagen über die Drei nicht vor.
Nach einer anderen Meldung war einer von Lelands Leuten, David Morris, erschossen auf einer Strasse in der Nähe von Hartford aufgefunden worden. Was er dort gewollt hatte, war unbekannt.
Ein Informant aus dem Hafengebiet berichtete von zwei Männern, bei denen es sich um Von Sturmfels und seinem Gehilfen gehandelt haben könnte. Der Bootsführer, Jackie Shepard, bei dem sie ein Boot gemietet haben sollten, bestritt das, doch Leland hatte ihn in Gewahrsam nehmen lassen. Bald würde er mehr wissen. Falls sich tatsächlich Von Sturmfels in die Nähe des Lagergebäudes begeben hätte, wäre die Erscheinung des Dimensionschlurfers gar nicht mehr so rätselhaft. Ausserdem hatte er selbst gestern Nacht ein Boot in der Ferne verschwinden sehen, und was sonst wollte Von Sturmfels wohl in dieser Gegend suchen, als den Kultplatz seines Widersachers?

"Lassen Sie uns einmal sachlich überlegen, Austen. Wir haben eine Reihe von Verbrechen, aber zwei Parteien, die daran beteiligt sind. Versuchen wir die erkannten und möglichen Verbrechen beiden Parteien zuzuordnen."
"Ich habe sie schon darauf hingewiesen, dass sie Miss Eldar nicht allzusehr vertrauen können."
"Aber Henry trauen sie doch? Sie erinnern sich, dass ein anderer auffälliger Mann nach der Figur bei ihm gefragt hat. Nur wir haben ihn bei unserer Versteifung auf Montmatre völlig ausser acht gelassen. Sie wissen, ich rede von jenem Acheloos von Sturmfels."
"Also fangen wir mit dem ersten uns bekannten Verbrechen an. Der Diebstahl der Figur geht wohl auf Montmatres Konto. Wie das Artefakt in die Hand von Philipp Dockenbell geriet, ist noch unbekannt."
"Danach war die Brandstiftung in Forndykes Labor. Ariane wusste nichts darüber und dem damit verbundenen Monster, das Henry attackierte."
"Was noch keine Entlastung ist. Dann der rätselhafte Handgranatenanschlag auf die toten Lokführer."
"Der steht möglicherweise aber nicht in Verbindung mit unserem Fall. Darauf der Banküberfall, der auf Montmatres Konto gehen könnte. Und möglicherweise ein Mordattentat auf uns, wenn man die plötzlich defekten Bremsen in Betracht zieht."
"Dafür mache ich auch Montmatre verantwortlich. Ebenso für das Verschwinden von Crankshaig, der nicht mehr aufgetaucht ist."
"Gut möglich. Dann der Überfall auf Henry und der Diebstahl der ägyptischen Masken, für die wohl Sturmfels in Frage kommt, ebenso wie für den Einbruch bei Montmatre und den Diebstahl des alten Buches über Elfen. Auch der Mord an Arianes Chauffeur muss auf sein Konto gehen."
"Nichts zu vergessen der Einbruch bei ihnen; der einzige Fall wo der Täter feststeht. Ausserdem haben wir noch den Massenmord im Gefängnishof, für den beide Parteien in Frage kommen. Vorausgesetzt dass Dockenbell wirklich für Sturmfels arbeitete."
"Wovon ich überzeugt bin. Aber es bleiben noch ein paar ungeklärte Fragen. Welche Rolle spielt Dr. Forndyke, und wo hält er sich auf? Falls er nicht auch beseitigt wurde. Dann die beiden Toten im Auto, bei denen ich das Notizbuch gefunden habe. War das wirklich ein Unfall? Und der ausgeleerte Tresor in Henrys Laden und der verschwundene Gehilfe erscheinen mir inzwischen auch verdächtig."
"Und alles was wir als Beweismaterial haben, ist ein mysteriöses Notizbuch mit verschiedenen nichtssagenden Namen und Beobachtungen über unsere eigenen Tätigkeiten. Und der Polizei könnten wir nicht einmal die Herkunft plausibel erklären."
"Nicht nur, wir haben auch dieses verlassene Gebäude, das vielleicht ein paar Geheimnisse birgt. Und sie werden mir helfen, ein paar Informationen über das Bauwerk zu finden. Alte Photos in Archiven, Stadt- oder Baupläne, etc. Ich werde dann schon eine Möglichkeit finden, uns gefahrlos Zugang zu verschaffen."

Montmatre blickte auf seine Uhr. Es müsste bald soweit sein... Er blickte aus dem Fenster auf den Hudson River, und sah einen flackernden Lichtschein auf dem Wasser, der sich schnell näherte. Er hatte bei der Reservierung darauf bestanden, dass sie einen Fensterplatz erhielten. Er hatte das beste Restaurant gewählt, dass es in den Brooklyn Heights gab. Er tippte Ariane, die träumend in die Kerze auf den Tisch starrte, auf die entbösste Schulter.
"Sieh heraus, da kommt ein anderes Licht. Ich habe doch gesagt, dass es nach dem Essen etwas Aufregendes zu sehen gibt."
Ariane blickte hinaus, und beobachtete aufmerksam die gespenstische Szene. Ein lichterloh brennendes Motorboot fuhr mit Höchstgeschwindigkeit den Hudson entlang. Sie sah einen Mann, der mit dem Kopf nach unten vor den Bug gebunden war. Natürlich hatte sie Ben Hur gesehen, und erkannte das Zitat sofort. Der Gefesselte war vermutlich Jackie Shepard, der Bootsführer, der Von Sturmfels für die Beschwörung des Schlurfers zu dem jetzt weit entfernten Zeremonialgebäude gefahren hatte. Wenn das Boot den Kurs beibehielt, würde es bald Liberty Island rammen... Aber es kam nicht soweit. Einer der schwerfälligen Kähne, die den Abfall New Yorks herausbrachten, um ihn im Meer zu versenken, kam Shepards Boot in die Quere. Vergeblich versuchte der Bootsführer auszuweichen, aber der Müllkahn war zu langsam und unbeweglich. Als der Bug des brennenden Bootes auf den Kahn aufprallte, gab es eine Explosion die Shepards Boot vollständig in Einzelteile zerlegte. Der demolierte Müllkahn sank nur wenige Augenblicke später.
Ariane bemerkte nichts von der Aufregung, die auch in dem Lokal entstanden war, und starrte noch fasziniert auf die Wasseroberfläche, als alle Trümmer längst versunken war. Montmatre schien es, als ob er sie aus einer Trance erwecken müsste, um ihre Aufmerksamkeit auf das servierte Dessert zu lenken.

Stickenfeller blickte zu dem verlassenen, wuchtigen Gemäuer hinüber, auf das Thaddeus mit ihrem geliehen Motorboot langsam zu tuckerte. Bereits das letztemal hatte er keine Möglichkeit gesehen, in die vermauerte Lagerhalle einzudringen, aber vermutlich hatte sein Freund schon eine Idee. Er befürchtete es zumindestens, denn es lag einige schwere Ausrüstung im Boot... Glücklicherweise war nirgendwo ein anderes Boot zu sehen; dieser Küstenabschnitt war im Vergleich zu den Orten, die dichter an New York lagen, relativ ausgestorben. Henry war nicht mit dabei, also musste er Thaddeus im Auge behalten. Allerdings war er nicht sicher, ob sie beide nicht von einem Anderen im Auge behalten wurden... Er wusste dass sie bereits früher einmal beschattet wurden, und ihre Gegner hatten gute Gründe, diese Praxis fortzuführen. Thaddeus Idee, mögliche Verfolger abzuschütteln war wie üblich verrückt, aber nicht dumm. Beide begaben sich einzeln an einen Ort, wo sie vor Beobachtung sicher waren, aber trotzdem genügend Leute in der Nähe hatten, um unauffällig nach dem Anlegen einer Verkleidung zu verschwinden. Der Schriftsteller hatte sich auf der Toilette einer grossen Bibliothek verkleidet und war sicher, dass ihn niemand verfolgte. Er selbst hatte sich zu der Universität begeben, und war seiner Einschätzung nach unbehelligt wieder gegangen. Im Moment sahen sie beide wie einfache Leute aus, die in dieser Gegend nicht auffällig waren.
"Da, sehen Sie Austen! Diese Metallklappe habe ich gesucht. Vor dem Abriss der Ladebrücke war hier ein Wartungszugang. Natürlich völlig verrostet. Aber dafür habe ich diese Ausrüstung besorgt. Also Sie halten jetzt diese..."
"Einen Moment, Thaddeus! Wollen Sie die Klappe etwa aufschweissen? Sie haben doch gar keine Erfahrung mit so etwas!"
"Nein, Nein. Aber das ist auch kein Schweissgerät, denn das würde auch viel zu lange dauern. Ich verwende eine thermische Lanze, über die ich einmal in einem Kriminalroman gelesen habe. Der Tresor war in kurzer Zeit offen, aber der Inhalt völlig verkohlt. Aber das ist nicht unsere Sorge, Hauptsache es geht schnell. Sehen Sie? Ich habe hier nur eine Sauerstoffflasche, anders als beim Schweissen. Und der Sauerstoff wird in dieses dicke Eisenrohr geleitet, in das wiederum dieses lange dünnere Rohr nachgeschoben wird. Verstehen sie das Prinzip?"
"Hmmm, ja, sehr einfach. Sie wollen eine Verbrennung in der Rohrspitze einleiten, und dabei entsteht eine extreme Hitze an dem vorderen Ende, was die Metallklappe auftrennt. Aber das Ganze ist zu gefährlich... das Rohr muss ständig im unveränderten Tempo nachgeführt werden. Und wenn Sauerstoff frei wird und sich in unserer Kleidung anreichert..."
"Keine Angst mein Freund, wir müssen nur vorsichtig genug sein. Und jetzt keine Ausreden, es geht los!"

Montmatre führte Ariane zu dem wartenden Pferdeschlitten, den er bestellt hatte. Es schneite leicht, und die Strassenbeleuchtung tauchte alles in ein weiches, malerisches Licht. Eine wundervolle Nacht. Die Nacht wäre noch wundervoller, wenn Sturmfels bei einem unglücklichen Zufall ableben würde. Dann würde er ihm grossmütig alles verzeihen und den toten Rivalen ehren... Wer weiss, vielleicht gab es schon bald einen Grund zu feiern.

Obwohl die Rohre selbst durch die dicken Lappen fast unerträglich heiss geworden waren, hatte die thermische Lanze entgegen all seiner Befürchtungen weder Thaddeus, ihn, noch das Boot in Brand gesetzt. Die Klappe war glücklicherweise schnell geöffnet gewesen. Denn ihm fiel keine glaubwürdige Ausrede für ihr Tun ein, falls sie jemand bei diesem Einbruch, denn das war es auch bei einer Ruine, ertappte. Schlimm genug, dass das Boot draussen angebunden bleiben musste. Mühsam waren sie in das stockdunkle Gemäuer gekrabbelt. Ihre Karbidlampen sorgten zuverlässig für Licht, aber die Kälte in den verlassenen Hallen war noch schlimmer als im Freien. Abgesehen davon schien die Suche ganz umsonst zu sein, bis sie schliesslich einige Patronenhülsen und dunkle Flecken auf dem Boden entdeckten. Eine Schiesserei war hier im Gange gewesen, und nach der Grösse der Blutflecke hatte es Schwerverletzte oder sogar Tote gegeben. Ansonsten war ausser einem rätselhaften, stinkenden gelbbraunen Fleck absolut nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Falls hier jemand gewohnt hatte, waren alle Spuren beseitigt worden. Stickenfeller war schon auf dem Rückweg, als Moykenfield etwas entdeckt hatte.
"Sehen sie nach oben in den Liftschacht, wo ich mit der Lampe hinleuchte. Können sie das sehen?"
"Sieht aus wie eine Jacke, die sich in den Kabeln verfangen hat. Aber so wie sie dort hängt, kann man weder von hier noch von einem oberen Stockwerk daran kommen."
"So leicht geben wir unsere Spur nicht auf. Ich werde auf ihre Schultern steigen. So, gleich erreiche ich sie... Das Ding hängt ziemlich fest, aber besser wir bekommen sie zerrissen als gar nicht."
Es gab einen scharfen Ruck, als Moykenfield die Jacke abriss. Der alte Warenlift, auf dem sie standen, sauste nach unten und kam nach einem lauten Klirren, als ob ein Dutzend Flaschen zerbrochen waren, abrupt zum Stehen. Beide hatten den Sturz unbeschadet überstanden, aber es würde schwierig werden, sich aus dem Schacht zu befreien. Moykenfield fing plötzlich an zu husten, und auch der Professor rang nach Luft.
"Gas! Eine Falle... wir... müssen...."
Stickenfeller sprach den Satz nicht mehr zu Ende. Bevor er das Bewusstsein verlor, sah er auch Moykenfield würgend auf den Boden sinken.




Weiter mit Teil 17: Nyarlathoteps Kintopp

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