Licht aus Schmerzen

Teil 17: Nyarlathoteps Kintopp

von © Zodiak Overun

Was geschah bisher:

Ein Dimensionsschlurfer, den Von Sturmfels herbeigerufen hat, tötet einige der Kultisten, bevor ihn Montmatre erschiesst. Montmatre lässt die Toten und einen Schwerverletzten, den er umständehalber für tot erklärt, in das Meer werfen. Er sieht dabei noch Von Sturmfels Boot in der Ferne, weiss aber nicht um wessen Boot es sich handelt. Am nächsten Tag erfährt er von einem Informanten, dass der Bootsführer Jack Shepard zwei Personen in den Hafen gefahren hat, bei denen es sich um Von Sturmfels handeln könnte und errät, weshalb der Dimensionsschlurfer auftauchte. Montmatre erfährt ebenfalls von Morris Tod und von Moykenfields Ausflug zu dem Kultgebäude.
Moykenfield hat inzwischen Stickenfeller und Holden beruhigt und geht mit dem Professor noch einmal alle ihnen bekannte Verbrechen durch, und versucht sie wahlweise Montmatre oder Von Sturmfels zuzuordnen, dessen Namen er von Ariane erfahren hat. Abends bricht er mit Stickenfeller auf, um in das Gebäude einzudringen. Inzwischen sitzt Montmatre mit Ariane in einem Restaurant und sieht zu, wie das brennende Boot von Jack Shepard, der auf seinen Befehl vor den Bug gebunden wurde, den Hudson entlang rast. Das Boot rammt einen Müllkahn und explodiert.
Moykenfield und Stickenfeller haben sich in der Zwischenzeit Zugang zu dem Gebäude verschafft, entdecken aber nichts ausser den wenigen Spuren von dem Kampf mit dem Dimensionsschlurfer. Dabei geraten sie in eine Gasfalle und verlieren das Bewusstsein.

Teil 17: Nyarlathoteps Kintopp

"Ihr habt euch weit vorgewagt... zu weit. Ihr seid in eine Falle gegangen, die für mich gestellt war. Ihr wart vor mir angekommen, mein Respekt. Aber ihr seid zu unvorsichtig gewesen. Die Unvorsichtigen werden hilflos ersticken oder einsam in der Kälte sterben. Ich bin nicht euer Feind, noch euer Freund. Aber ich will eure Neugier befriedigen. Seht durch das Fenster, das Nyarlothep für euch öffnet... das Kintopp des wimmelnden Chaos. Seht die Stadt und die Menschen!"
In der tintigen Schwärze, die Moykenfields Gesichtskreis ausfüllte, schwappten grüne Schlieren umher. Schemenhaft erkannte er eine grünliche Andeutung eines hageren, markanten Gesichtes, aus dem ihn zwei grüne Augen anstarrten. Die leise Stimme gehörte zu dem Gesicht, aber sie schien von überall zu kommen. Er spürte weder seinen Körper noch dachte er daran, einen Körper haben zu müssen. Apathisch nahm er die Eindrücke auf, die nur langsam zu seinen Bewusstsein kamen. Die Stimme ging in ein sanftes, auf -und abschwellendes Rauschen über, ähnlich dem Meeresrauschen, aber dunkler und umfassender. Der Geruch war scharf, salzig und leicht faulig, aber auch er kam in nur wellenförmigen Brisen zu ihm. Langsam konnte er verschwommene Bilder ausmachen. Sie flackerten stroboskopartig und änderten pulsierend die Helligkeit, ausserdem war die Perspektive verzerrt. Zeit hatte die Bedeutung für ihn verloren, so dass er nicht die Dauer bestimmen konnte, bis die flackernden und springenden Bilder bekannte Formen annahmen. Er blickte auf das Ufer von New York, wobei er seinen eigenen Standpunkt nicht bestimmen konnte. Seine Position sprang aber ebenso willkürlich umher wie die grünlich gefärbten Ansichten vor ihm. Er sah einige grosse Bauwerke in der Skyline, die ihm unbekannt war, und riesige Schiffe voller Menschen im Hafen liegen. Auch in den Strassen drängte sich eine unüberschaubare Menge von aufgeregten Menschen. Es waren gewaltige Kriegsschiffe, die kurz vor der Abfahrt waren! Aber wohin? Die Bilder schoben sich übereinander, und er sah rasch abwechselnde Ansichten von New Yorks Strassen. Die Autos wurden grösser, flacher und zahlreicher, bis sie die Strassen völlig verstopften. Noch schlimmer waren die Menschenmassen, die wie Ameisen umher rannten. Die Stadt selbst wuchs, riesige Bauwerke zwängten sich aneinander und schienen die älteren Bauwerke, die in ihrer eigenen Zeit als riesig gegolten hatten, zu zermalmen. Erneut sah er den Hafen voller auslaufender Kriegsschiffe. Die Strassen leerten sich von den gewaltigen brettartigen Autos, während Menschenmassen durch die Strassen zogen. Er sah Kämpfe zwischen Uniformierten und fremdartig gekleideten Menschen, aber die Szene verwischte sich schnell, und die Stadt wuchs schneller als zuvor. Die Autos wurden wieder zahlreicher, aber ständig winziger und formloser. Die Stadt nahm dadurch immer mehr das Aussehen eines Ameisenhaufens an, in dem sich zusätzlich unzählige Myriaden gleichartiger Käfer drängelten. Aber allmählich konnte er in dem allgemeinen Chaos eine Bewegung ins Landesinnere wahrnehmen. In den Bezirken mit weniger Verkehr sah er vereinzelt Menschen kämpfen. Der Blick fiel auf den äusseren Stadtrand, und er sah, dass der Hudson über das Ufer getreten war. Einzelne Strassenzüge hatten über eine vollständige Überschwemmung zu leiden. In den Strassen tobten jetzt heftigere Kämpfe zwischen Uniformierten und nicht näher erkennbaren Gruppen. Vereinzelt lodernden Brände auf, und Körper lagen auf der Strasse. Autos waren immer seltener zu sehen. Wiederum sah er über das Ufer; etliche Strassenzüge waren jetzt völlig überschwemmt. Der Verkehr in der Stadt war komplett zum Stillstand gekommen. Die einzigen Autos die er sah, waren Wracks. Auch Menschen waren immer seltener zu sehen. Das Blickfeld wurde grösser, als ob er langsam in die Luft schweben würde. Die einzelnen leere Strassenzüge, die noch nicht überschwemmt waren, sahen verwüstet aus. Die Stadt erschien völlig verlassen. Das Bild flimmerte und versprang völlig. Ein grünes Brodeln gewann mühsam an Schärfe, bis er begriff, dass er sich unter Wasser befand. Ein Schiffswrack war vor ihm, dahinter ein gewaltiger Felsen oder ein seltsamer Turm im Wasser. Er schwebte langsam an diesem seltsamen Objekt hoch, bis er die Wasseroberfläche durchstiess. Erst jetzt erkannte er, was der seltsame Felsen vor ihm war. Das stolze, riesige Gesicht blickte unbeteiligt über die Wasserfläche...
Die Freiheitsstatue stand bis zu dem Bauchnabel im Wasser! Das Bild wurde trübe und er nahm eine neue Empfindung war... Schmerzen und Kälte. Das Gefühl kehrte langsam mit seinem Körper zurück. Es war dunkel, aber er konnte Sterne über sich erkennen. Er lag in dem geliehenen Boot, das sanft im Wasser schaukelte. Austen lag ihm gegenüber und kam ebenfalls allmählich zu Bewusstsein. Im Boot lag eine Schicht von Pulverschnee, und er spürte die kalten Schneeflocken in seinem Gesicht. Er blickte sich nach dem Gebäude um, aber die Leine des Boots war gelöst worden. Lichter waren in der Ferne zu erkennen, wenigstens waren sie nicht auf das Meer hinaus getrieben worden.
"Eine simple Falle..." murmelte Stickenfeller.
"Der Lift war nur noch an einen Punkt gehalten, der gelöst wurde, als Sie an der Jacke rissen. Vermutlich einfach ein Splint an einem Drahtseil. Und unter dem Lift lagen Glasflaschen voller Chloroform, Äther oder so etwas. Wie haben Sie geschafft, uns da herauszubekommen?"
"Ich? Ich bin genauso in diesem Boot aufgewacht wie Sie. Jemand muss uns vor dem sicheren Tod durch Ersticken oder Erfrieren gerettet und ins Boot gebracht haben. Das Boot hat unser Retter allerdings gelöst, so dass wir irgendwohin getrieben worden sind. Ich hatte eine seltsame Halluzination... über Nyarlothep, und New York, von Kriegsschiffen und Überschwemmungen."
"Seltsam.. ich auch. Nyarlotheps Kintopp. Und die versinkende Freiheitsstatue."
"Glauben sie, dass Nyarlothep, jene mysteriöse Gestalt, über die wir nur Andeutungen kennen, uns diese Vision geschickt haben könnte?"
"Jetzt bewahren Sie ihren Verstand, es war ein Wesen aus Fleisch und Blut, dass uns in dieses Boot getragen hat, ihre parapsychologischen Forschungen hin oder her. Chloroform ruft Halluzinationen hervor, und in diesem Zustand könnten wir hypnotisiert worden sein, aber ich weiss nicht von wem und warum."
"Und die Bilder die wir gesehen haben? Überschwemmungen, Krieg, und zügellose Gewalt und Chaos in den Strassen? Dies passt zu dem, was wir über Cthulhus Erwachen gehört haben, aber ich konnte ihn nicht sehen, alle Gefahren waren zu prosaisch, wie in der bekannten Geschichte; die Sintflut, der peloponnesische Krieg, die Pest und der Weltkrieg..."
"Begreifen sie denn nicht? Das ist das wahre Gesicht von Cthulhus Erwachen."
Moykenfield war erstaunt über die Bitterkeit in Stickenfellers Stimme und fragte in seltener Begriffsstutzigkeit.
"Wie meinen Sie das?"
"Sehen Sie doch. Sie glauben Cthulhus Erwachen sei ein plötzliches mythisches Ereignis wie in der Bibel, ein groteskes Monster, dass die Welt in seiner Wut vernichtet. Flutwellen, Feuer das vom Himmel fällt und theatralische Reiter der Apokalypse. Aber der Weltuntergang ist kein plötzlicher Schlag, kein spektakuläres Armageddon... Es war keine Flutwelle, die über New York hinweg spülte, sondern es wurde langsam, aber unaufhaltsam vom steigenden Meer überflutet. Die Stadt stirbt wie die Menschheit an einer langsamen Agonie. Die Kämpfe und Kriege sind gelegentliche Ausbrüche eines schleichenden Todes. Und der Tod kommt so langsam, dass jede Generation die Symptome als selbstverständliche Erscheinung des Alltages sieht und so nicht bemerkt. Haben Sie die Menschenmassen gesehen? Für uns sind sie unvorstellbar und unerträglich, aber die Menschen in diesen Zeiten werden die Massen so selbstverständlich betrachten wie wir heute die unseren, die wiederum für unsere Vorfahren unvorstellbar waren. Das wimmelnde Chaos sind die Menschen selber, und Cthulhu und Satan, Fenris und Leviathan, sind nur die Folgen unseres eigenen Tuns. Wir verdrängen dieses Wissen und unsere Fehler, und sie halten Ruhe, solange wir sie nicht stören. Cthulhu schläft solange. Aber wehe wenn wir ihn erwecken, denn wir können die Übel erkennen, aber nichts dagegen tun. Und je mehr Menschen es gibt, desto mächtiger werden die verdrängten Übel durch ihre Masse, bis so mächtig werden, das sie schliesslich doch über uns hereinbrechen!"
Moykenfield wusste nicht, was er entgegnen sollte, obwohl er die Ansichten seines Freundes nicht teilte. Schweigend liess er den Motor an. Heute würden sie spät nach Hause kommen.

Montmatre ging langsam vor Albert Grindel, dem Notar, auf und ab. Dabei blätterte er in einem Stapel Papiere.
"Dieser wirre Geist, der Ihnen diese Unterlagen übergeben hat, behauptet also, Mitglied eines Geheimkultes zu sein, dessen Anführer ich sein soll. Falls jener Geisteskranke spurlos verschwindet oder stirbt, sollen Sie diesen Umschlag an die Polizei weiterleiten. Es ist wohl offensichtlich, dass all die Berichte über Menschenopfer, Beschwörung von Monstren und dergleichen purer Unsinn sind. Auch die Ursache ist leicht zu erraten: Randy Pollmer betont ausdrücklich, dass meine Verlobte nicht in diese Angelegenheiten verstrickt sei. Ich kenne diesen Verrückten, weil er als Elektriker häufiger in meinem Haus war, um notwendige Arbeiten zu verrichten. Als ich sah, dass er meine Verlobte belästigte, verwies ich ihn des Hauses. Ein Fall von purer Rache und Eifersucht. Trotz alledem könnte mein tadelloser Ruf durch diese Person beschmutzt werden. Ich muss darauf bestehen, dass Sie mir seinen Aufenthaltsort preisgeben!"
"Sie wissen dass ich als Notar unter Schweigepflicht stehe! Das Sie mich in diesen Keller verschleppt haben, ist gegen jedes Recht!"
"Das mag sein, aber Sie sind doch selbst Anwalt. Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie an das Recht glauben? Sie kennen doch das Gesetz; wer sich durchsetzt, hat auch recht. Der Stuhl, in dem Sie sitzen, sollte Ihnen nur zu bekannt sein. Sie haben genügend Menschen darin Platz nehmen lassen."
Albert Grindel schluckte. Es stimmte... den elektrischen Stuhl kannte er bisher nur als Zuschauer. Er war keineswegs sicher, ob dieses Exemplar, dass in dem leerstehenden Keller aufgebaut war, tatsächlich funktionierte. Wahrscheinlich wollte man ihm nur mit einer Attrappe Angst machen. In diesem Fall wäre es unklug, seinen Verdacht auszusprechen.
"Wenn ich ihnen die Adresse sage, versprechen Sie mir dann, mich nicht zu töten? Ohne den Umschlag habe ich später sowieso nichts gegen Sie in der Hand."
Montmatre liess den Hebel wieder los, der mit den Kabeln verbunden war.
"Einverstanden, ich verspreche, dass ich Sie nicht töten werde. Aber beeilen Sie sich mit der Antwort, bevor ich zu unangenehmeren Formen der Befragung übergehen muss."
"Gut, ich bin immer zum Verhandeln bereit. Randy Pollmer versteckt sich in einem schäbigen Mietshaus, East Harlem, East Avenue 35 A. Lassen Sie mich jetzt frei?"
"Ich fürchte, Sie haben mich missverstanden."
"Aber Sie haben mir doch versprochen, dass Sie mich nicht..."
"Selbstverständlich, und daran halte ich mich auch. Ich habe Ariane versprochen, dass sie den Hebel ziehen darf."
Lächelnd trat Ariane aus dem Schatten. Pardot hatte ihr versichert, dass diese aufregende neue Maschine zuverlässig und ohne Risiko arbeiten würde. Electric

"Ich muss ja sagen, Sie haben nette Bekanntschaften!"
Stickenfeller antwortete Moykenfield nicht darauf, da er selbst noch viel zu wütend war. Den ganzen Abend hatte er Thaddeus bearbeitet, damit er am nächsten Morgen mit ihm und dem gefundenen Notizbuch endlich doch zur Polizei gehen würde. Da er Inspektor Fuller flüchtig kannte, hatte er sich an ihn gewandt. Leider kannte dieser phantasielose Mensch Thaddeus als berüchtigten Parapsychologen und Romanschreiber. Er unterstellte ihm darauf glatt, dass er die Gutgläubigkeit eines älteren, weltfremden Professors dazu ausnützte, um später seine verworrenen Verschwörungstheorien publikumswirksam präsentieren zu können! Alle Versuche, ihn wenigstens zur Inspizierung des verlassenen Hafengebäudes zu bewegen, hatten nur dazu geführt, dass er rechtliche Schritte gegen Thaddeus wegen Fälschung von Beweismitteln und übler Nachrede gegen einen angesehenen Prominenten in Aussicht stellte. Die Verkleidungen, mit denen sie sich in gewohnter Weise gegen mögliche Verfolger schützen wollten, hatten natürlich auch nicht zu ihrer Glaubwürdigkeit beigetragen. Wenigstens hatten sie Henry Holden nicht in die Sache einbezogen. Was sollten sie jetzt tun? Es gab keinen Beweis gegen Montmatre, und über Von Sturmfels , denn sie vorsorglich nicht erwähnt hatten, wussten sie noch weniger.

Montmatre rauchte geduldig eine Zigarre, um den unangenehmen Brandgeruch zu überdecken, während Ariane den Raum verlassen hatte. Er hatte Leland sofort zu der angegebenen Adresse losgeschickt, aber jener war zu spät angekommen - der Verräter Pollmer war schon zu der Polizei gegangen. Leland wartete mit Helfern vor der Polizeistation. Irgendwann musste der Denunziant hinauskommen. Die Sache konnte unangenehm werden, aber es gab jetzt nur noch diesen einen Zeugen, dessen Existenz eine Bedrohung darstellen konnte. Und er hatte sich Gedanken um diese Hobbydetektive gemacht! Inzwischen sah er sie fast liebenswerte Clowns an, deren Überwachung Zeitverschwendung war. Selbst Von Sturmfels hielt sich trotz aller Gefährlichkeit noch an bestimmte Spielregeln. Aber ein unbedeutender Wicht wie Pollmer musste seinen ganzen Plan und sogar sein Leben in Gefahr bringen! Falls alle Stricke rissen, gab es noch einen letzten Trumpf, den er ausspielen konnte... Aber diese Möglichkeit würde er wirklich nur in grösster Not wählen.

Randy Pollmer kauerte sich nervös in dem dunklen Polizeiwagen zusammen. Man hatte ihm versichert, dass man ihn an einem sicheren Ort in einem Untersuchungsgefängnis bringen würde. Ausser zwei weiteren Gefangenen oder Zeugen - er wusste es nicht - waren drei Wächter in dem Kastenwagen, während ein Polizeimotorrad vorausfuhr und ein Polizeiauto folgte. Niemand konnte ihn von Aussen sehen, und es würde niemand dicht an den Wagen herankommen können. Offensichtlich hatte der Inspektor, er hiess Fuller oder ähnlich, seine Geschichte nach anfänglicher Skepsis geglaubt. Das Verhör hatte sich bis zum Abend hingezogen. Allerdings hatte er nicht viel über den Kult berichten können. Er hatte nur drei der Kultisten persönlich gekannt, und alle waren bei dem Angriff durch das Monster getötet worden. Harry, der sein bester Freund gewesen war, hätte man vielleicht retten können, wenn der verfluchte Oberpriester ihn zu einem Arzt hätte bringen lassen. Harry hatte ihn einmal verraten, dass der bekannte Sir Montmatre hinter der Maske stecken sollte. Er hatte es ihm erst geglaubt, als er Ariane auf der letzten Zeremonie gesehen hatte; die Zeremonie, auf der Crankshaig getötet wurde. Sie und Harry waren der einzige Grund für ihn gewesen, bei dem Kult zu bleiben, aber Harry war tot und Ariane blieb unerreichbar für ihn. Lange bevor er wusste, dass Montmatre und der Hohepriester ein und dieselbe Person waren, hatte er sie immer wieder fasziniert beobachtet, wenn sie am Hotel Fornell Tower vorbei spazierte. Das war vor dem grossen Brand, als er noch als Elektriker dort arbeitete. Selbstverständlich hatte er Inspektor Fuller verschwiegen, dass ihm damals Louis Crankshaig eine grosse Summe Geld dafür bezahlte, das Feuer zu legen. Philipp Dockenbell bekam die Brandstiftung an seiner Stelle angelastet, aber der war nun so tot wie Crankshaig. Er bereute seine Sünden nun, aber er konnte sie nicht offen preisgeben. Im Stillen würde er zu Gott beten, dass er ihm seine Sünden verzeihen und ihn davonkommen lassen würde. Er hatte dem Götzendienst insgeheim schon abgeschworen, und Crankshaig und Dockenbell waren schlechte Menschen gewesen. Gott war barmherzig, hatten die Priester immer wieder gesagt, er wird den verlorenen Sohn aufnehmen. Sollte er die verdammten Götzendiener in der Hölle brennen lassen!


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